Doppelseite in »Stadtaspekte«, SONDERAUSGABE: LAND IN SICHT, Oktober 2016

Hinterland     Brandenburg ist das flächenmäßig größte der neuen Bundesländer. Wie eine Insel liegt die Millionenmetropole Berlin inmitten dieser im Durchschnitt recht dünn besiedelten Landesfläche.

Gibt es Orte in Brandenburg die von der Strahlkraft Berlins profitieren? Sind Potentiale jenseits des sogenannten Speckgürtels erkennbar? Wohin zieht es die Menschen? Welche Rolle spielt eine schnelle Anbindung nach Berlin und weiterführende Bildungsmöglichkeiten oder besondere Schulformen? Hat dies eventuelle Auswirkungen auf die Bevölkerungszusammensetzung? Inwieweit sorgt „Leere“ für touristische Attraktivität? Welche Orte sind längst abgehängt?

Entlang eines 238 Kilometer langen Schnittes vom nördlichsten Punkt Brandenburgs zur südlichen Landesgrenze bildet die Grafik jene 27 Orte ab, welche unmittelbar auf dieser imaginären Achse liegen. Neben Größe, der jeweiligen Entwicklungstendenz der Einwohnerzahl und grundlegenden Optionen der Versorgung wird die Entfernung zum jeweils nächstgelegenen Mittelzentrum, dem regionalen Anlaufpunkt für Versorgung und Infrastruktur visualisiert.

Durch ihre Größe und zentrale Lage ist die Stadt Berlin für viele Brandenburger Arbeitsort aber auch Kultur- und Versorgungszentrum. Wie lange benötigt man von unseren 27 exemplarischen Orten wochentags in einem Zeitfenster von 8.00 Uhr bis 9.00 Uhr mit dem öffentlichen Nahverkehr günstigenfalls in die Metropole?

Die visuelle Verortung sämtlicher der ca. 11.000 im Sommer 2015 in der Datenbank des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg abrufbaren Nahverkehrshaltepunkte lässt auf einen Blick die Verflechtung von Stadt und Land erkennen und bei genauerer Betrachtung einige Rückschlüsse auf dichter und dünner besiedelte Gebiete schließen.

OpenStreetMap bietet als community-basierter Geodatendienst neben Onlinekarten eine schier unglaubliche Bandbreite an frei abrufbaren Informationen. Bei aller Vorsicht die Vollständigkeit dieser Daten betreffend, lässt der Layer „touristische Infopunkte“ dennoch deutliche Tendenzen über die touristischen und weniger touristisch erschlossenen Gebiete Brandenburgs erkennen.

Recht dunkel und einsam ist es nachts im Naturpark Westhavelland, dem dunkelsten Ort Deutschlands. 2014 hat die International Dark Sky Association (IDA) diese Gegend zum ersten deutschen Sternenpark ernannt und aus dem finstersten Ort wurde der „sternenreichste“.

Infografik und Recherche: retalic | Anja Gollor, Henry Hajdu

Quellen: VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH, OpenStreetMap, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS), Amt für Statistik Berlin-Brandenburg